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Es gibt regelmäßig Unklarheiten zu den Bezeichnungen "Potentialfrei" und "Potentialbehaftet", bzw. potentialfreie Eingänge und potentialfreie Ausgänge.

Potentialfrei bedeutet, dass ein Anschluss passiv ist, d.h. selbst keine Spannung liefert bzw. liefern darf.

Potentialbehaftet bedeutet, dass ein Anschluss aktiv ist, d.h. selbst eine Spannung liefert bzw. liefern muss.

Bei der Verbindung von Schnittstellen wird in der Regel immer ein potentialfreier Kontakt mit einem potentialbehafteten Kontakt verbunden, d.h. eine Seite ist spannungsfrei, die andere Seite ist spannungsbehaftet. 

Sind beide Seiten potentialfrei, funktioniert die Kommunikation nicht. Sind hingegen beide Seiten potentialbehaftet, kann es im schlimmsten Fall zu einem Defekt an den Schnittstellen geben.

Der Ausgang eines (reinen) Relais und eines Reed-Kontaktes (Fensterkontakt) ist potentialfrei. Relais oder Reed-Kontakte, die in einem Gerät eingebaut sind, müssen dort aber nicht zwangsläufig potentialfrei beschalten sein ( z.B. klassischer 230V-Bewegungsmelder)!

Loxone Komponenten

  • Die Digitalen Ausgänge des Loxone Miniservers, der Loxone Extension, der Loxone Multi Extension Air sind potentialfrei.
  • Die Analogen Ausgänge des Loxone Miniservers und der Loxone Extension sind potentialbehaftet (0-10V=).
  • Die Digitalen Ausgänge des Loxone Nano IO Air sind potentialbehaftet (230V~).
  • Die Digitalen Eingänge des Loxone Miniservers, der Loxone Extension, der Loxone Multi Extension Air und Loxone Nano IO Air sind für eine Eingangsspannung bis 24V= spezifiziert. Die Schwellenspannung ist 8V=. Wenn die Masse der Geräte verbunden sind, ist es unerheblich, von welchem Gerät die Eingangsspanung kommt (z.B. ein BWM ist mit einem eigenen Netzteil mit 12V versorgt, dieser schaltet bei Bewegung die 12V am Ausgang durch. Wenn die Masse des MS-24V-Netzteils und des BWM-12V-Netzteils verbunden sind, kann der BWM direkt an einen MS-Digitaleingang anschlossen werden).

Beispiele

Ein Bewegungsmelder bietet einen potentialfreien Kontakt (→ meist 24V Bewegungsmelder):

  • Der Bewegungsmelder hat einen Ausgang ohne Spannung. 
  • Das Potential muss vom Miniserver kommen. 
  • Anschluss: 24V vom Miniserver an die erste Klemme des Bewegungsmelders, der Digitale Eingang des Miniservers an die zweite Klemme des Bewegungsmelders.
  • Bei Nichtbewegung ist der Bewegungsmelderausgang offen (→ keine Spannung am MS-Digitaleingang). Bei Bewegung schaltet der Bewegungsmelder die 24V an den MS-Digitaleingang durch.

Ein Bewegungsmelder bietet einen potenialbehafteten Kontakt (230V~ → Klassische Bewegungsmelder):

  • Der Bewegungsmelder liefert am Ausgang 230V.
  • Die Digitaleingänge des Miniservers dürften mit maximal 24V= betrieben werden.
  • Daher muss mit dem Bewegungsmelder ein 230V-Koppelrelais geschalten werden. 
  • Die Ausgangsseite des Koppelrelais ist potentailfrei und wird wie im ersten Beispiel angeschlossen.
  • Der Ausgang dieses Bewegungsmelders darf keinesfalls direkt am Miniserver angeschlossen werden!

Das Garagentor kann mit potentialfreien Kontakten geöffnet und geschlossen werden:

  • Der Garagentorhersteller fordert einen potentialfreien Kontakt für die Öffner/Schließfunktion, d.h. im Umkehrschluss, der Garagentoreingang ist potentialbehaftet.
  • Das Garagentor liefert daher die Spannung. 
  • Anschluss: Die beiden Adern des Garagentor wird an die beiden Klemmen eines MS-Digitalausganges (potentialfrei) angeschlossen.

Sicherheitshinweise

  • Wenn bei einer Schnittstelle nicht eindeutig klar ist, ob diese potentialfrei oder potentialbehaftet ist, sollte eine Spannungsmessung durchgeführt werden. Dabei Schutzmaßnahmen treffen (es können durchaus 230V anliegen).
  • Bestehen weitere Zweifel, dann eine Fachkraft oder den Hersteller zu Rate ziehen.
  • Keinesfalls sollte man "probieren". Es können bei falschem Anschluss Geräte zerstört werden. Dies dauert nur einen Bruchteil einer Sekunde, d.h. "schnell ausschalten" ist meist zu spät.